Havaneser: Aufzucht, Prägung, Entwicklung, Gesundheit

Gesundheitsvorsorge, Tierarzt, Zuchtwart, Ahnentafel

Damit die Welpen vor den typischen Hundekrankheiten geschützt sind, ist es zunächst einmal sehr wichtig, dass besonders die Mutter, aber auch alle anderen Tiere im Haus einen guten Impfschutz haben, dass heißt, sie müssen regelmäßig jedes Jahr geimpft werden.

Die Mutter ist dabei besonders wichtig, da sie über die Kolostralmilch (das ist die erste Milch die sie ihren Welpen gibt), den Welpen durch ihre eigenen Abwehrkörper die sie in der ersten Milch besonders stark konzentriert weitergibt, so etwas wie eine erste Schluckimpfung verpasst. Wenn sie selber nicht genügend Abwehrkörper hat, weil sie nicht regelmäßig geimpft wurde, kann sie mit ihrer Kolostralmilch die Welpen nicht vor Krankheiten schützen.

Dass alle Tiere im Haus sauber und ohne Ungeziefer und Würmer gehalten werden, sollte selbstverständlich sein. Trotzdem können sich die Welpen schon im Mutterleib bei der Geburt (auch bei einer nachweislich wurmfreien Mutter) mit Wurmlarven infizieren. Deshalb werden die Welpen sicherheitshalber wenn sie 10 bis 14 Tage alt sind, das erste Mal entwurmt. Dieser Vorgang wird bis zur Abgabe der Welpen regelmäßig wiederholt.

Mit 8 Wochen geht es mit den Welpen zum Tierarzt. Auch hier ist es wichtig, dass die Welpen trotz allen unangenehmen Dingen, die der Tierarzt mit ihnen macht, ruhig und freundlich behandelt werden.

 

Wie bei allen anderen wichtigen Erfahrungen im Welpenalter auch, kann ein grober, lauter Tierarzt einen Welpen für sein ganzes Leben lang zum ängstlichen Tierarztbesucher werden lassen. Daher ist die Wahl eines entsprechenden "Kinderarztes" für die Welpen sehr wichtig. Freundliche Worte, ein liebes Streicheln, Lob für Wohlverhalten und vielleicht sogar ein kleines Leckerchen, lassen die ganze Geschichte für den Welpen gleich viel positiver erscheinen.

Zuerst wird bei allen Welpen die Temperatur gemessen. Die Normaltemperatur beträgt bei Welpen ca. 38,5 Grad. Erwachsene Hunde haben eine etwas niedrigere Körpertemperatur. Sie liegt aber dennoch immer wesentlich höher als bei uns Menschen.

Herz und Lunge werden gründlich abgehört.

Es ist wichtig, dass die Welpen VOR der Impfung untersucht werden. Falls die Welpen krank sind, dürfen sie nicht geimpft werden.

Bei den Rüden wird nachgeschaut und getastet ob beide Hoden in den Hodensack abgestiegen sind.

Der ganze Hund wird abgetastet. Ist er normal entwickelt? Wie sehen die Beinchen aus?

Was macht der Nabel?

Hat er vielleicht einen Nabelbruch der operiert werden muss?

Die Zähne werden angeschaut.

Sind alle da?

Stimmt die Zahnstellung?

Dann kommt die Überprüfung der Augen.

Die Sauberkeit der Ohren wird mit modernster Technik überprüft. Sollte eine Ohrentzündungen oder Ohrmilben festgestellt werden, dann würde man sie auf diesem Bildschirm in wahrer Monstergröße sehen.

Erfreulicherweise ist bei dem ganzen Wurf alles in bester Ordnung. Nun kommt der unangenehmere Teil dieses Tierarztbesuches:
Das Chippen und das Impfen.
Auf den Bildern sieht man die vorbereiteten Spritzen...

mit dem Chip, auch Transponder genannt.

Der Chip, (Mitte) wird mit einer Spritze in die lose Haut auf der linken Halsseite des Welpen injiziert.

Hier überprüft der Tierarzt mit dem Lesegerät, die Funktion des Chips.

Alles in Ordnung. Wie man hier genau sehen kann: der Zahlencode erscheint. Buffy hat die Transpondernummer 945 000000041690.

Diese Nummer wird an das Tassozentralregister gemeldet. Sollte Buffy nun irgendwann einmal seiner Familie verloren gehen, wird er durch diesen Chip und die dazugehörende Nummer jederzeit wieder seiner Familie zuzuordnen sein.

 

Wird ein Hund mit einem Chip irgendwo aufgegriffen und bei Tasso nachgefragt, meldet sich Tasso umgehend bei dem Besitzer oder dem Züchter des Hundes und gibt Auskunft über den Verbleib des Tieres.

Auch wenn wir natürlich hoffen, dass das nie nötig sein wird, so ist es doch eine Beruhigung, dass man den Hund damit immer wieder identifizieren und seine Herkunft feststellen kann. Früher wurden Hunde zur Identifizierung im Ohr mit einer Nummer tätowiert. Seit das aber nur noch dann erlaubt ist, wenn die Welpen dafür in Narkose gelegt werden, lassen wir unsere Welpen seither nur noch chippen.-  Das Risiko einer unnötigen Narkose ist uns für unsere Welpen zu groß. Bisher gab es noch nie Probleme mit diesem kleinen Glaskörper. Die Hunde stört er nicht und wir konnten bei unseren eigenen Hunden auch noch nie feststellen, dass er wandert oder Entzündungen verursacht.

Nach der genauen Untersuchung und dem Chippen kommt die Impfung. Ein kleiner Piekser und das war's schon. Geimpft wird entweder im Nackenbereich oder in den Oberschenkel.

Die Welpen haben mit nur einer Spritze eine Fünffachimpfung erhalten. Sie sind nun gegen Staupe, Hepatitis, Parvovirose, Parainfluenza und Leptospirose geimpft.
Wenn die Welpen 12 Wochen alt sind, muss diese Impfung wiederholt werden.

Mit 12, manchmal auch erst mit 14 oder 16 Wochen (je nach Tierarzt und Wunsch der Besitzer) muss die Impfung gegen Tollwut erfolgen.

Mit 16 Wochen erfolgt noch eine Wiederholungsimpfung.

Zusätzlich lassen wir zeitnah zum Auszug unserer Welpen für jeden Welpen ein tierärztliches Gesundheitszeugnis erstellen.Das heißt, dass der Welpe einen Tag, allerhöchstens zwei Tage, vor seinem Umzug in seine neue Familie erneut dem Tierarzt vorgestellt wird. Dabei wird der Welpe erneut eingehend untersucht. Nur wenn dabei alles in Ordnung ist erhält der Hund ein Gesundheitszeugnis

Einige Tage nachdem die Welpen geimpft und gechipt worden sind, kommt ein Zuchtwart des Verbandes der Kleinhundezüchter (kurz VK e.V. genannt) um eine abschließende Wurfabnahme zu machen.

Er kennt sich mit den Kleinhunderassen besonders gut aus.

Während der Tierarzt die Gesundheit der Welpen überprüft hat, kontrolliert der Zuchtwart nun, ob es sich um typische Welpen ihrer Rasse handelt. Da er den Züchter und die Welpen mit ihrer Mutter Zuhause besucht, beurteilt er:
-ob die Welpen und die Mutter sauber und gepflegt sind,

-ob sie gut genährt und gut sozialisiert sind,
-wo und wie die Welpen und die Mutter gehalten werden,
-ob alles sauber und in Ordnung ist,

-ob die Welpen vorschriftsmäßig geimpft sind,
-ob sie irgendwelche Standardfehler haben und
-ob der Hundenachwuchs wohl geraten ist.

Dabei füllt er einen Wurfeintragungsantrag und einen Wurfabnahmebericht aus in dem die oben genannten Punkte festgehalten sind. Diese Formulare werden dann mit der Ahnentafel der Mutter, einer Kopie der Ahnentafel des Vaters und einer Deckbescheinigung an das Zuchtbuchamt des Vereins schickt. Die Zuchtbuchstelle erstellt die Ahnentafeln der Welpen und schon nach wenigen Wochen, manchmal auch schon nach ein paar Tagen, bekommen wir die Ahnentafeln unserer Hundekinder zugeschickt.

Da wir im VK (Verband der Kleinhundezüchter e.V.) züchten, der dem VDH angeschlossen ist, haben unsere Welpen somit Ahnentafeln der FCI.

Die Ahnentafeln sind so etwas wie die Geburtsurkunde, das Stammbuch jedes Welpen. Sie begleitet den Hund sein Leben lang. Auf der Vorderseite gibt die Ahnentafel darüber Auskunft: wann, wo, in welchem Verband, von wem dieser Welpe gezüchtet wurde, wie viele Geschwister, welche Zuchtbuchnummer und welche Chipnummer er hat.

Im Innenteil kann man seine Abstammung, die Ausstellungstitel seiner Vorfahren, ihre Farben und Zuchtbuchnummern bis hin zu den Ururgroßeltern zurückverfolgen.

Auf der Rückseite der Ahnentafel ist vermerkt, wann die Wurfabnahme stattgefunden hat und ob der Welpe bei der Wurfabnahme zuchtausschließende Fehler gezeigt hat.

Bei der Abgabe des Welpen wird dort der neue Besitzer eingetragen. Auf einer weiteren Seite können später einmal vielleicht die Ausstellungserfolge des Hundes, seine Zuchtzulassungsprüfung und seine Würfe eingetragen werden.

 

Datum:19.11.17|22:47Uhr
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